Fanprojekt Preußen Münster e.V.
Von Fans für Fans
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Fanprojekt erwartet mehr Lösungen

Das Fanprojekt Preußen Münster e.V. zeigt sich irritiert vom aktuellen Umgang des SC Preußen mit seinen Fans und Stadionbesuchern. Seit Beginn der neuen Saison hat der Verein immer wieder durch zahlreiche kurzfristige Maßnahmen für Verärgerung seiner Anhänger gesorgt. Bisher hat das Fanprojekt versucht, durch Dialog und Vermittlung die entstehenden Probleme zu lösen. „Da der Verein jedoch immer wieder neue Einschränkungen statt Lösungen präsentiert, haben wir uns entschlossen, die Diskussion in die Öffentlichkeit zu führen“, erklärt Benny Sicking, Vorsitzender des Fanprojekts.

Unzureichende Kommunikation

Selbstkritisch stellt der Vorstand des Fanprojekts fest, dass es in den letzten Jahren nicht gelungen ist, dem Hauptverein zu vermitteln, eine kontinuierliche Fanarbeit durchzuführen. Dies sorgt immer wieder dafür, dass das Fanprojekt sich mit Forderungen und Bitten an die Vereinsführung wenden muss. Das ist nicht die Haupt-Aufgabe des Fanprojekts und derzeit sucht der Vorstand des Fanprojekts nach Möglichkeiten, diese Situation zu verbessern. „Es ist uns nicht gelungen, die Verbindlichkeit zu erzeugen, die wir vom SC Preußen erwarten“, räumt daher der Vorsitzende Benny Sicking ein. „Wir werden nicht als Partner und Berater gesehen und müssen das hinterfragen.“ Auch in diesem Zusammenhang ist diese Mitteilung zu verstehen, wie Florian Voß (Vorstand Öffentlichkeitsarbeit) ergänzt: „Wir werden unsere fanpolitischen Anliegen, vor allem auch solche gegenüber dem Hauptverein, wieder konsequent öffentlich darlegen.“ Dadurch erhofft sich das Fanprojekt eine größere Entwicklung.

Verbot von Fanmaterial

Die Saison begann bereits mit einer sehr überraschenden Nachricht des Vereins: Nur zwei Tagen vor dem ersten Heimspiel wurde über eine neue Regelung für die seit Jahrzehnten im Preußenstadion präsenten Zaunfahnen informiert. Dabei wurden direkt starke Einschränkungen verkündet, ohne eine Möglichkeit, gemeinsame Lösungen besprechen zu können. Zudem wurden lediglich die Ultras und der Fanprojekt-Vorstand in der kurzfristigen Nachricht adressiert, viele Zaunfahnen-Besitzer erfuhren erst am Stadion davon, dass ihre Fahnen nicht mehr hängen dürfen, obwohl diese seit langer Zeit dort angebracht waren. Auch die vorgetragenen Gründe – wie zum Beispiel Brandschutz – wirken nicht nachvollziehbar, angesichts der Tatsache, dass Gästefans weiterhin zahlreiche Zaunfahnen aufhängen dürfen und zudem teilweise auch Heim-Bereiche ohne Werbebande freigegeben sind.

Zudem wurde mit dem Einsatz eines neuen Sicherheitsdiensts zur neuen Saison auch plötzlich bis dahin gewohntes Fanmaterial verboten. Dies geschah vollständig ohne Vorankündigung, erst am Eingang erfuhren die Fans davon. Von nun an waren zum Beispiel keine Schnipsel mehr erlaubt, wie sie auf der Gegengerade Tradition sind. Der neu eingesetzte Sicherheitsdienst agierte teilweise ruppig in der Umsetzung dieser neuen, nicht kommunizierten und nicht nachvollziehbaren Maßnahmen.

Überraschend aus Sicht des Fanprojektes war es zudem, dass der Seiteneingang zum eigens betriebenen Fan-Container gesperrt wurde, obwohl das Präsidium den Zutritt zumindest nach dem Spiel uneingeschränkt zugesichert hatte. Der Sicherheitsdienst zeigte teils massive Personalstärke nach Abpfiff. Eine Erklärung für diese neue Situation konnte das Fanprojekt bis dato nicht nachvollziehen und sie besteht weiterhin. Mit dem Fan-Container leistet das Fanprojekt wichtige Arbeit für die Fanszene, die der Verein jederzeit unterstützen sollte.

Veraltete Stadionordnung
Zwar haben sich Verein und Sicherheitsdienst für Teile der Maßnahmen an den ersten Spieltagen und die kurzfristige Information bei betroffenen Fans entschuldigt, verbessert hat sich die Situation aus Fansicht hingegen nicht. Problematisch ist, dass die stark veraltete Stadionordnung nun offensichtlich rigoros durchgesetzt werden soll. Eine Überarbeitung dieser und eine anschließende Umsetzung wäre jedoch die Vorgehensweise, die das Fanprojekt sich wünschen würde.

Das Fanprojekt hat sich auch aus diesem Grund vor dem Magdeburg-Spiel mit Vertretern von Sicherheitsorganen und dem Verein getroffen. Zugesichert wurde, wie vom Fanprojekt gefordert, die weitere Verwendung von Standardmaterial für alle Fans bis die Stadionordnung aktualisiert ist. Bei diesem Treffen wurden außerdem noch weitere Ideen und Vorschläge von Fans und FP-Mitgliedern vorgetragen, die aber abgelehnt wurden. Einzig eine Testphase für einen Dauerkarten-Eingang wurde akzeptiert und nun umgesetzt.

Entgegen der getroffenen Vereinbarung wurden beim Zwickau-Heimspiel erneute Einschränkungen durchgesetzt und diese erneut nicht vorab kommuniziert. Konstruktionen für Zaunfahnen, Fahnenstangen über zwei Meter Länge und das Podest für Vorsänger waren plötzlich nicht mehr erlaubt, obwohl diese seit Jahren gestattet sind. Das gesamte Vorgehen sorgt für Unverständnis.

Da der Verein klargestellt hat, dass er mit der aktuellen Stadionordnung offensichtlich nicht zufrieden ist und die aktuelle Verfahrensweise für Fans unverständlich ist, möchte das Fanprojekt diese gerne gemeinsam mit dem Verein, der diesem Verfahren zugestimmt hat, ändern. Florian Voß, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit: „Wir möchten, dass dies schnellstmöglich durchgeführt wird, um Klarheit für alle Stadiongänger zu erhalten. Zum Start der Rückrunde muss spätestens eine aktuelle Stadionordnung vorliegen.“ Die plötzlichen Verbote wirken auf das Fanprojekt sehr konfrontativ. Benny Sicking führt aus: „Wir bemängeln, dass nicht nach Lösungen und Entspannung gesucht und zudem auch unzureichend kommuniziert wird. Wir sind durch so ein Verhalten enttäuscht und erwarten mehr Souveränität und Gelassenheit von der SCP-Führung.“ Da es in den vergangenen Monaten und Jahren möglich war, ein sicheres Fußballspiel durchzuführen, erwartet das Fanprojekt eine sofortige Rückkehr zur bisherigen Praxis – solange keine neue, gemeinsam erarbeitete Stadionordnung besteht. In diesen Prozess bringt sich das Fanprojekt gerne ein, um deeskalierende und nachvollziehbare Maßnahmen zu besprechen.

Einschränkungen bei Sicherheitsspielen

In diesem Rahmen macht das Fanprojekt noch auf ein weiteres Ärgernis an Spieltagen aufmerksam, das von den Sicherheitsbehörden, der Stadt und dem Verein gelöst werden muss. Die Einschränkungen von Heim-Fans bei sogenannten Sicherheitsspielen haben eine nicht mehr zu akzeptierende Routine angenommen. Bei diesen Spielen müssen viele Preußen-Anhänger lange Umwege in Kauf nehmen und Einschränkungen hinnehmen. Grundsätzlich handelt es sich aber um ein Heim(!)-Spiel, weshalb das Fanprojekt möchte, dass zum Beispiel nicht alle Parkplätze für Gäste-Fans zurückgehalten werden, Eingänge um hunderte Meter verlegt werden und Besucher des Supporterblocks nicht den normalen Haupteingang verwenden können. Angekündigt als Konzept lediglich für „Hochsicherheitsspiele“ ist dies inzwischen ein sogenanntes „bewährtes Sicherheitskonzept“, das häufig angewendet wird. So wie in der Vergangenheit bereits die Präsenz der Polizei verringert werden konnte, hält das Fanprojekt es für unabdinglich, dass die zuständigen Stellen und der Verein zeitnah die Interessen der Stadionbesucher aus Münster und dem Münsterland in den Fokus rücken.

Zudem würde sich das Fanprojekt darüber freuen, wenn gute Arbeit des Vereins im Fanbereich auch abgebildet werden würde. Seit mehr als einem Jahr praktiziert der Verein u.a. mit dem Fanprojekt eine transparentere Arbeit in der Stadionverbotskommission. Leider ist es bis heute nicht zu der vereinbarten Veröffentlichung der Verfahrensweise durch den Verein als offizielle Instanz gekommen.